Rezension: Kevin Brooks - Bunker Diary

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Rezension:
BUNKER DIARY
BROOKS, Kevin
(Quelle)


Buchzusammenfassung

Das Tagebuch eines Entführten, der Überlebenskampf von sechs Menschen, eingesperrt in einem Bunker, ohne Aussicht auf Gnade, auf Entkommen. Sie sind der Willkür des Entführers, seiner Grausamkeit ausgesetzt, verbringen die Tage ruhelos, ohne zu wissen, ob sie jemals wieder das Sonnenlicht erblicken werden.

Linus, Fred, Bird, Anja, Jenny und Russell: Werden sie überleben?

Der Buchumschlag

Schlicht gehalten, zeigt die Ecke eines Bunkers. Das Grau, das Finstere lässt auf den Inhalt schließen, passt perfekt zur Atmosphäre.
Der Schreibstil

Kevin Brooks gefühlsvoller Schreibstil besticht durch seine klaren, präzisen Worte, seine Darstellung der Gefühle, die den Leser ausstandslos erreichen. Berührend, dramatisch und laut.

Der Inhalt

Es passiert viel in diesem Roman. Und wenn es eher stillere Momente gibt, so werden sie mit aufgewühlten Worten  Linus, unserem Hauptprotagonisten, gefüllt. Erschreckend realistisch und nachvollziehbar erzählt er uns von den Grausamkeiten, der Unmenschlichkeit, denen die  Gefangenen ausgesetzt sind.
Schutzlos sind sie, alleine, versuchen aus den ihnen gegebenen Mitteln das Beste zu machen.

Man bangt mit den Gefangenen, will genau wie sie aus diesem Bunker fliehen, doch während die Verzweiflung Überhand gewinnt, bleibt auch dem Leser keine andere Wahl, als langsam nur noch ums Überleben, für den nächsten Augenblick zu kämpfen. Bald schon ist offensichtlich, dass es keinen Ausweg gibt.
Die Lage spitzt sich immer mehr zu, man wird mitgewirbelt, mitgerissen, und es gibt keinen Halt.

Genau wie die Protagonisten bleibt auch der Leser ahnungslos, ohne Informationen. Dies tut dem Buch keinen Abbruch, sondern verstärkt das Gefühl, den Alptraum der Gefangenen mitzuerleben.
Es ist nicht wichtig, was den Entführer zu seinen Taten bewegt, es hat alles keine Bedeutung. Das einzige, das zählt, ist die Hoffnungslosigkeit und das Schreckliche einer Gefangenschaft. Die Ungewissheit gräbt ein tiefes Loch, aus dem es nie ein Entkommen geben wird. Der Mensch ist voller Zweifel, bleibt auf der Hut, verliert alle Sorglosigkeit.

Die Charaktere

Besonders von Linus war ich angetan. Er ist 16 Jahre alt, hat von der Welt vieles gesehen. Seine Reife hat mir gefallen, und ich fand es wunderschön, wie er sich um Jenny (9 Jahre alt) gekümmert hat. Er sorgt sich um seine Mitgefangenen, achtet auf ihre Wünsche, ohne vollkommen selbstlos zu werden, sich zu vergessen.
Von allen Protagonisten ist er am ausführlichsten charakterisiert.

Linus, Jenny, Russell, Fred unterstützen sich, geben sich Halt, finden einen Weg, gut miteinander umzugehen, Freuden auszutauschen. Sie beruhigen sich gegenseitig und manchmal verzweifeln sie gemeinsam. Anja und Bird dagegen sondern sich ab, machen die Situation komplizierter, anstrengender.
Während Linus sehr tiefgehend beschrieben wird, bleibt den anderen etwas weniger Raum, aber genügend, um sich zu charakterisieren. Da dies in Tagebuchform geschrieben ist, also eine subjektive Sicht eingenommen wird, ist dies dem Buch nicht unbedingt schadhaft, sondern verstärkt das Realistische des Romanes nur.

Fazit

Ein berührender, schockierender, wundervoller Roman, dessen gefühlvolle Sprache das Trauma einer Gefangenschaft dramatisch, finster veranschaulicht, dem Leser zu denken gibt.
Dieser Roman ist ein absolutes Muss!

Und ich lege euch besonders das Ende ans Herz...

5/5

(nach Gefühl und Verstand vergebene Punktzahl)

Titel: Bunker Diary
Autor(in): Kevin Brooks
Verlag: DTV                                        Preis: circa 13Euro

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