Rezension: Blown Away/Terhi Rannela

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BLOWN AWAY
RANNELA, Terhi



Buchzusammenfassung

Als Auras Mutter bei einem Unfall stirbt, bricht für Aura eine Welt zusammen, findet sie sich plötzlich alleine in dieser Welt wieder, denn der Vater trinkt, um der Realität zu entfliehen, und ihre Großeltern verstehen Aura nicht gut genug, damit sie sich zu ihnen flüchten könnte. In der Schule wird Aura gemobbt,  ihr übergroßer Ehrgeiz und ihre Intelligenz werden dort nicht gern gesehen. 
Als sie achtzehn ist, begegnet sie dem zehn Jahre älteren Henri, der Aura bloß für seine Pläne gebrauchen will, während diese nichts bemerkt, denn sie ist verliebt. Er unterzieht sie einer Gehirnwäsche, bringt sie nach und nach dazu, seinen Plan, sie zur Amokläuferin zu machen, als gut zu erkennen. Wird Aura sich wirklich ganz um den Finger wickeln lassen?

Der Schreibstil

Ziemlich distanziert und neutral schreibt die Autorin, doch erklärt die Situation nicht allzu gefühlskalt. Die Autorin legt dem Leser Fakten dar, erzählt, wie die Verwandlung eines 'guten' Menschen in einen 'bösen' möglich ist, wie ein intelligenter Mensch nachzudenken aufhört.
Zu Anfang hatte der Schreibstil etwas Kindliches an sich, doch das verliert sich nach und nach (wahrscheinlich durch die Ernsthaftigkeit dieser Geschichte).

Der Inhalt

Es geschieht nicht sonderlich viel in diesem Roman, es wird viel beschrieben, Auras Gefühlsleben offengelegt. Obschon Aura eine viel geläuterte Person ist, bleibt trotzdem das Verständnis zu der späteren Entwicklung auf der Strecke, geht verloren.  Decken die Erklärungen der Autorin nur zum Teil das Geschehen.

Der Inhalt ist recht überschaubar, spannende Momente werden nicht viel genutzt, der Roman lebt vor allem von seiner Nachdenklichkeit, der Neugier, die den Leser packt, da er wissen will, wie der Roman endet.

Die Thematik im Buche wird gut herübergebracht, der Leser muss manches Mal innehalten, um nachzudenken, doch wurde, meiner Meinung nach, einfach nicht tief genug gegraben, als dass ich jetzt sagen könnte, dass Auras Schicksal mich tief berührt hat. War es mir einfach zu neutral, dass Rannelas Warnung mich vollkommen gepackt hätte. Sicherlich bemerkt man die Warnung, jedoch hält sie sich nicht in den Gedanken. Nein, war es dann doch nicht so, dass ich Verständnis für Auras Taten aufbringen konnte. Und das ist wirklich schade, denn in diesem Roman steckt viel Potenzial.

Die Charaktere

Aura ist sehr intelligent, so wie ich den Eindruck gewonnen habe, sogar hochintelligent, doch wie alle Menschen muss auch sie sich in der Welt zurechtfinden. Oft verstand ich sie vollkommen, konnte vieles nachempfinden, da ich genau in dieser Art nachdenke, wie sie es tut. Jedoch gibt es auch Momente, in denen Aura richtig böse wird, gemein, was mir sehr viel Angst eingejagt hat. Dass sie ihrem Henri jedoch so blind vertraut, hat mich manches Mal den Kopf schütteln lassen: Wie kann ein solch intelligenter Mensch bloß so dumm handeln? Damit hatte ich etwas zu kämpfen, doch alles in allem betrachtet würde ich behaupten, dass diese Entwicklung bloß nachvollziehbar ist (angesichts der Einsamkeit, Abgeschiedenheit, in der sie seit Jahren lebt). 

Der Charakter Henri ist einem schon seit der ersten Begegnung nicht ganz geheuer, kennt man doch seine Pläne, die auf dem Klappentext deutlich geschrieben stehen und aus seiner Perspektive geschildert werden. 
Er hätte ein interessanter Charakter werden können, wenn die Autorin sich mehr auf ihn konzentriert, mehr von seiner Vergangenheit aufgezeigt hätte. Alles, was man über ihn erfährt, ist weder viel noch ausschlaggebend für sein Wesen. Die Hintergründe für seine Taten fehlten mir.

Alle anderen Personen überzeugen, haben ihre Charakterzüge, ihr Leben, welches sich mit Auras verwebt. 

Das Ende

Das Ende lïeß mich frösteln, ließ in mir nur Erstaunen zurück, denn Aura entschließt sich für einen Weg, der dem Leser nicht in den Sinn kommt. Es erfolgt nämlich eine Wendung, die eine andere Alternative aufzeigt. Während der Leser bis zur letzten Seite an Auras Intelligenz angesichts des blinden Vertrauens gegenüber ihrem Henri zweifelt, springt noch eine Überraschung herbei, die schließlich noch mehr Fragen hervorruft.

Ein unerwartetes, gelungenes Ende, welches durch seine einfache Originalität besticht.

Fazit

Ein guter Roman, der ein ernstes Thema anspricht, dieses auch viel behandelt, aber nicht genug, sowie etwas verschwommene, nicht genug ausgebaute Charaktere darbietet. Jedoch ändert das Ende die Punktezahl.

3,5/5

(Nach Verstand vergebene Punktzahl)

Titel: Blown Away
Autor(in): Terhi Rannela
Verlag: Kosmos                                                                 Preis: circa 13Euro

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