Rezension: Der Monstrumologe/Rick Yancey

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Rezension:
DER MONSTRUMOLOGE Band 1
YANCEY, Rick


Buchzusammenfassung:

Der zwölfjährige Waisenjunge Will Henry wohnt als Assistent bei dem Monstrumologen Dr. Warthrop. Seine Eltern dienten diesem sonderbaren Mann ebenfalls, der sein Leben der Monstrumologie (Monsterstudie) gewidmet hat. 
Eines Nachts taucht ein Grabräuber bei ihnen auf und bringt einen schauerlichen Fund: Eine weibliche Leiche, in die sich ein Monster verbissen hat. Warthrop kennt diese Monsterart und weiß, dass sie außerordentlich gefährlich ist. Jetzt muss der kleine Will Tapferkeit beweisen und dem Doktor während ihrer Monsterjagd mit Stärke zur Seite stehen...   

Umschlag des Buches:

Der Umschlag des Buches ist sehr düster gehalten, was die Stimmung im Buch sehr gut beschreibt. Die schwarze Gestaltung wird nur durch den Blutfleck gebrochen. Das Grau, Schwarz und Weiß versprechen eine schaurige, spannende Geschichte.

Der Schreibstil:

Ich muss sagen, dass dieser Schreibstil wirklich fantastisch ist...

Obwohl man am Anfang denken könnte, dieses Buch sei eher etwas für Jüngere, würde ich es nicht als solches empfehlen. Und hier meine Argumente:
Der Autor benutzt sehr viele Ausdrücke, die man im Wörterbuch nachschlagen muss. Der Wortschatz ist keineswegs einfach, aber sehr abwechslungsreich, was mir gefiel. Daher würde ich nicht sagen, dass es unbedingt für Jüngere geeignet ist.
Und ein zweiter Grund wird in Inhalt erläutert. 
Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen. Und wenn auch viel erklärt und beschrieben wird, bleibt die Spannung auf hohem Niveau, unterhalten der Schreibstil und die Geschichte ungemein, ohne dass Langweile entsteht. 
Einerseits ist der Schreibstil deswegen so fantastisch, andererseits findet er durch die Art der Wortwahl, durch die Zusammensetzung, meiner Ansicht nach, hier seine wahre Poesie. 

Der Inhalt:

Obschon dies ein Spontankauf war, bin ich positiv überrascht worden. 

Eigentlich lese ich im Moment weniger solche Geschichten, doch wollte ich mich zwingen, wieder einmal einen Fantasyroman zu lesen, in dem keine Liebe vorkommt, sondern einfach nur Spannung als Unterhaltung dient. Und, ja, spannend ist das Buch allemal!
Ich hatte kaum eine ruhige Minute, immer jagt sich das nächste Phänomen. Das Tempo ist hoch, keine Ruhe wird einem gegönnt, Aufregung, Hektik und Unruhe durchziehen dieses Werk. 
Und was ich auch als wirklich positiv empfunden habe, ist die Idee: Denn bisher sah ich noch keinen Roman, in dem Monstrumologie so dargestellt wurde. Sehr interessant sind außerdem die Informationsbrocken, die man über diese besondere Monsterspezies, die der Doktor und Will Henry jagen, erfährt. Und da sind noch all diese andere Arten, über die gesprochen wird, und die das Buch vervollständigen und ein gutes Bild abgeben. 
Rick Yancey hat sich informiert und mit Ideen und Vorstellungsvermögen ein sehr unterhaltendes Buch geschrieben, welches für mich persönlich keine Kritikpunkte offenbart.     
Die Idee ist klug umgesetzt, und wenn man in diese Geschichte eintaucht, ja, wirklich eintaucht, fühlt man sich nicht fehl am Platze, sondern kann sich alles vorstellen. M ist vollkommen in die Handlung versetzt.
Da viele Dinge an manchen Stellen ziemlich blutig geschildert werden, und auch so der Inhalt sehr brutal ist, empfiehlt sich dieses Buch für ältere Leser. Doch diejenigen, die bereits einige Erfahrung (selbst als junger Leser) in Sachen grausamer Lektüre haben, könnten dies also problemlos lesen. 
Obschon der Hauptprotagonist kein hohes Alter besitzt, darf man nicht davon ausgehen, dass dieses Buch leichte Kost ist. Diese blutigen Details haben mich zu Anfang erschreckt, und ich stellte mir die Frage, was ich denn hier in der Hand halte, doch störte es mich nicht im Geringsten. Der Umstand, dass ich erschrocken war, ist eher, dass ich mit etwas ganz Anderem gerechnet hatte. 
Dies tut dem Buch aber keinen Abbruch, sondern man schätzt dies sehr
Außerdem sind manche Passagen witzig, einfach nur durch den leichten Sarkasmus, der manchmal herausklingt.  

Die Charaktere:   

Will Henry ist erst zwölf Jahre alt, und das bemerkt man. Was mich jedoch nicht zu negativer Kritik hinreißt, sondern als Lob für den Autor dienen soll. So ist es dem Autor gelungen, ein Kind zu zeigen, das noch voller Naivität steckt, dennoch eine eigene Persönlichkeit besitzt, auch Kindlichkeit aufweist und nicht als Stereotyp endet. 
Alles entspricht der Wirklichkeit, Realitätsnähe besteht. Die Personen sind schön beschrieben, ihre Handlungen könnten die von wahren Menschen sein. Schlechte Charakterzüge, sowie gute, tauchen auf, personalisieren die Menschen, machen sie einzigartig und so echt. Die Protagonisten haben mich überzeugt, bestanden nicht nur aus Perfektion. 

Ein mich entwaffnender Satz:

'Während wir uns schläfrig die Stunden tiefster Nacht vertrieben, waren die Bestien damit beschäftigt, sie mit Blut zu durchtränken.'
Rick Yancey, 'Der Monstrumologe', 
BASTEI LÜBBE, 
Seite 216, Zeile 14-16.

Hier der Link zur Verlagsseite. 

Das Ende:  

Der Roman endet - ach, welch Überraschung! - mit Spannung, mit vollendeter, guter Spannung. Die Katastrophe ist vorüber, die Gefahr gebannt und der Leser gesättigt von all dieser Idee, von all diesem Zähneknirschen, der Unruhe, der Angst, dem Mitzittern. 
Aufklärungen, Erörterungen mancher Dinge werden noch durchgeführt, dann kommt ein kleines Geschehnis und schon ist die Geschichte an ihrem Ende angekommen...

Fazit:     

Ein toller Unterhaltungsroman mit realitätsnahen Personen, einer ideenreichen Handlung, sowie Hochspannung und tollen Informationen.

5/5  

(nach Gefühl und Verstand vergebene Punktzahl)

Titel: Der Monstrumologe
Autor(in): Rick Yancey
Verlag: Bastei Lübbe                          Preis: 8;99Euro (Taschenbuch)

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